Hüttenzauber im winterlichen Deister (06.12.2017)

Am Nikolaustag führte die traditionelle Adventswanderung des Kneipp-Verein Wennigsen/Gehrden e.V. unter den Leitung von Alfred Riebow mit 45 wanderfreudigen Kneippianern bei winterlichen Temperaturen vom Waldkater in Wennigsen aus direkt in den Deisterwald. Infolge des ansteigenden Weges bis zur Hütte an der Tellerkurve war inzwischen jedem ein wenig warm ums Herz geworden. Von weitem erblickten die

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Wandersleute schon helle Lichter im düsteren Winterwald. Eine Überraschung wartete auf die Ankommenden. Bereits am frühen Morgen hatten die „Christkinder“ des Vereins diese Schutzhütte in eine bezaubernde Weihnachtsstube verwandelt. In der winterlichen Umgebung kehrte bei Kerzenschein, heißen Getränken, Eierlikör sowie

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selbstgebackenen Keksen eine festliche Stimmung ein. Liederblätter zum Mitsingen wurden verteilt und es fiel dann schwer, den Anstieg zum Deisterkamm fortzusetzen. Es lag ja noch eine größere Wegstrecke vor der Gruppe.

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Die Idee zu dieser adventlichen Deisterwanderung war vor ca. 40 Jahren entstanden. Bei herrlichem Winterwetter hatte der damalige Wanderführer Helmut Jung einige Freunde des Vereins dazu animiert, im kleinen Kreis mit ihm eine Winterwanderung auf den Deisterkamm zu unternehmen. Seine Frau Ursel war frühmorgens aufgestanden und hatte frische Quarkbällchen gebacken und somit entstand die Idee von der Rast in der damals bereits weihnachtlich geschmückten Hütte an der Tellerkurve.

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Diese Tradition hat sich zur Freude der Vereinsmitglieder inzwischen über eine weitere Generation hinaus fortgesetzt.  

Mit dem Erreichen des Kammwegs ging es zügig weiter bis zum Annaturm in 405 Meter Höhe ü.d.M., dem höchsten Punkt sowohl des Deisters als auch der Region Hannover, zum gemeinsamen Essen in der adventlich geschmückten Waldgaststätte. Aufgrund der trüben Witterung erklomm in diesem Jahr niemand den Betonröhrenturm, von dem man bei klarerem Wetter aus einer Höhe von 433 Meter eine traumhafte Fernsicht in das gesamte Calenberger Land hat. Der jetzige 1982 errichtete Annaturm ist der fünfte Turm auf dem Bröhn. Der Name stammt von der Ehefrau des Maurermeisters, der in den 1880er Jahren den dritten Turm baute.

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Erwähnenswert bleibt, dass im Biergarten des Waldgasthauses ein Gaußstein steht, der an den 1833/34 aus Holz gebauten Turm des vom Königreich Hannover betrauten Mathematikers und Astronom Cal-Friedrich Gauß (1777-1855) erinnert - als Trigonometrischer Punkt zur Landesvermessung. Sein Konterfei sowie das Messgerät und die Skizze der Triangulation Norddeutschlands waren Bestandteil des alten blauen 10-DM-Scheins.

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Die Adventswanderung verlief auf dem Rückweg vorbei am idyllisch gelegenen Blanketeich, der einmal als kleine Talsperre zum Betrieb eines Kohleschachts angelegt wurde. Nach einer kleinen Verschnaufpause mit Erinnerungsfoto auf der Teichbrücke erreichten die froh gelaunten Kneippfreunde auch schon bald am Nachmittag den Ausgangspunkt in Wennigsen. Einzelne Wanderer verabschiedeten sich jetzt schon bis zur anstehenden Neujahrswanderung – vielleicht sogar im Schnee.

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